Geschichte von Seubrigshausen
Sigeburgehusen, die Siedlung „bei den Häusern der Sigiburg“, taucht erstmals in Urkunden von 1126 und 1131 auf, als „Rapoto von Sigeburgehusen“ als Zeuge auftritt und Berengar seine hiesigen Güter an das Stephanskloster in Würzburg schenkt.
Viel frühere Zeugnisse einer Besiedelung stammen aus der Zeit der Linearbandkeramik (5500 – 4900 vor Christus) und von Hügelgräbern der Hallstattzeit (800 – 600 v. Chr.). Und auch die Endung des Ortsnamens auf -hausen weist auf eine fränkische Gründung um 800 nach Chr. hin.
Ursprünglich im Herrschaftsbereich der Grafen von Wildberg (Burgruine bei Sulzfeld) gelegen, wechselt nach deren Aussterben um 1305 die Herrschaft über die Henneberger um 1354 zum Fürstbischof in Würzburg, der dann bis zur Säkularisation um 1803 das Sagen hat. Verwaltungsmäßig gehört das Dorf zum Amt Wildberg, juristisch zur Cent Saal. Die Grundherren im Dorf sind vor allem das Kloster Bildhausen, das auch die Zehntrechte besitzt, aber auch das Kloster St. Johannis (Sulzfeld) und die Deutschen Herren in Münnerstadt, und noch weitere.
Der ehemals von Kloster-Conventualen bewirtschaftete Mönchshof im Umgriff des Pfarrhauses wird ab 1506 schließlich an 6 Hofbauern verliehen, auch die Mutterpfarrei Wermerichshausen besitzt 1452 einen Hof in der Kurzen Gasse. Der Pfarrer von dort kommt nur wenige Male im Jahr herüber. Für die wachsende Einwohnerzahl muss das ursprünglich der hl. Brigida geweihte Kirchlein mehrfach umgebaut und vergrößert werden.
Kriegerische Ereignisse, Einquartierungen und Plünderungen im 30jährigen Krieg
(Schwedenlinde) und bei den Franzosendurchzügen 1796, aber auch Katastrophen wie der Großbrand von 1742, hemmen eine positive Entwicklung.
Mit Hilfe des letzten Bildhäuser Abtes Nivard Schlimbach und der Gemeinde wird
Seubrigshausen 1799 von der Pfarrei Wermerichshausen getrennt und die Curatie mit einem Klostergeistlichen besetzt (Pfarreigründung). Das alte Kirchlein muss 1826 wegen Baufälligkeit geschlossen werden; ein größerer Neubau wird mit Material der Peterskirche in Bildhausen 1830 errichtet und 1891 auf seine heutige Länge vergrößert.
1814 bayerisch geworden, werden Hausnummern eingeführt. Unter großem Einsatz entstehen 1876 die freiwillige Feuerwehr und um 1900 eine Posthilfsstation, die Dreschgenossenschaft, der Darlehenskassenverein und der Kindergarten mit Schwesternstation.
Nach Stillstand durch die beiden Weltkriege geht es danach aufwärts: Flurbereinigung (1956), Ortskanalisation, Ausbau der Feldwege und Verbindungsstraßen, Erschließen neuer Baugebiete, Anschluss an die Wasserleitung, Bau einer neuen Schule (1963), Gründung des Sportvereins DJK (1967) und die Anlage von Sportplätzen sind wichtige Stationen der Dorfentwicklung. Andererseits müssen Schwesternstation und Poststelle geschlossen werden, und mit Ambros Schor verlässt 1967 der letzte Seelsorger das Pfarrhaus aus dem Jahr 1607.
Die Gebietsreform von 1972 drängt auf größere Einheiten, bei uns mit der Eingliederung in die Stadt Münnerstadt. Es folgt der Bau eines Leichenhauses und eines Gemeindehauses mit Bankfiliale und Feuerwehr und der Anschluss an die Kläranlage bei Poppenlauer.
Auf kulturellem Gebiet waren die letzten 6 Jahrzehnte sehr fruchtbar. Theaterspiel, Kirmes, Musikkapellen, ab 1970 die Serwichhäuser Fasenacht, Feuerwehr- und DJK-Jubiläen, Feiern zur 200jährigen Pfarreigründung, 25 Jahre Vorträge zur Dorfgeschichte, die zu zwei Bänden der Dorfgeschichte führten (1999 und 2009) und nun das Festjahr „900 Jahre erste urkundliche Erwähnung“.









